Barrierefreies Bad wird zum Wachstumstreiber für SHK-Handwerk
Der Markt für barrierefreie und pflegegerechte Bäder entwickelt sich zu einem der spannendsten Geschäftsfelder im SHK-Handwerk. Eine alternde Gesellschaft, der Wunsch nach Selbstständigkeit im eigenen Zuhause und Millionen veralteter Badezimmer sorgen dafür, dass die Nachfrage weiter anzieht. Für Fachbetriebe eröffnen sich damit langfristig stabile Aufträge und neue Spezialisierungsmöglichkeiten.
Millionen alte Bäder und steigender Pflegebedarf
In Deutschland gibt es mehrere Millionen Badezimmer, die technisch und funktional nicht mehr zeitgemäß sind. Viele davon sind über drei Jahrzehnte alt und entsprechen weder heutigen Komfortansprüchen noch den Anforderungen an Barrierefreiheit. Gleichzeitig wächst die Zahl pflegebedürftiger Menschen in den kommenden Jahren deutlich. Der Bedarf an altersgerechten Umbauten steigt damit nicht erst im Pflegefall, sondern bereits vorsorglich.
Laut ZVSHK halten fast alle Verbraucher ein barrierearmes Bad für entscheidend, um möglichst lange selbstbestimmt wohnen zu können. Für das SHK-Handwerk bedeutet das ein enormes Marktpotenzial, das weit über klassische Badsanierungen hinausgeht.
Prävention statt Notlösung
Der große Trend geht klar zur präventiven Badgestaltung. Wer frühzeitig auf schwellenlose Duschen, rutschhemmende Böden und ausreichend Bewegungsflächen setzt, vermeidet teure Schnellumbauten im Ernstfall. Genau hier liegt die Chance für Fachbetriebe, Kunden ganzheitlich zu beraten und langfristig zu binden.
„Eine klare Spezialisierung auf barrierefreie und pflegegerechte Bäder wird sich wirtschaftlich auszahlen“, betont Daniel Föst im Interview mit der Redaktion von SHK Profi. Gerade im Bestand von Einfamilienhäusern und Mietwohnungen seien in den kommenden Jahren Sanierungen in Millionenhöhe zu erwarten.
Generationenbad ist nicht gleich Pflegebad
Viele Bauherren wünschen sich heute ein Bad, das Komfort für alle Altersgruppen bietet. Ein Generationenbad soll modern wirken und darf nicht nach Pflege aussehen. Der Unterschied zum klassischen Pflegebad liegt vor allem im Platzbedarf und in den Abläufen.
Sobald Pflege notwendig wird, bewegen sich zwei Personen gleichzeitig im Bad. Das erfordert größere Flächen und eine andere Planung als bei der rein selbstständigen Nutzung. Für SHK-Profis heißt das, Pflegeprozesse mitzudenken und nicht nur Normen abzuarbeiten.
Netzwerke und Know-how als Erfolgsfaktor
Wer sich in diesem Segment etablieren will, profitiert von Weiterbildung und regionaler Vernetzung. Kontakte zu Pflegeberatungen, dem Medizinischen Dienst, Sanitätshäusern oder Reha-Kliniken helfen dabei, frühzeitig in Umbauprojekte eingebunden zu werden. Auch Kooperationen mit Badausstellungen des Großhandels zahlen sich aus, wenn dort pflegegerechte Lösungen erlebbar präsentiert werden.
Parallel arbeitet das Handwerk an schnelleren Abläufen für den Ernstfall. Ziel ist es, bei plötzlicher Pflegebedürftigkeit zügig Angebote zu erstellen und Förderanträge zu unterstützen, damit Umbauten ohne lange Wartezeiten umgesetzt werden können.
Weg vom Klinik-Look
Barrierefreie Bäder haben längst nichts mehr mit sterilem Krankenhausdesign zu tun. Moderne Produkte verbinden Funktion, Ästhetik und Komfort. Schwellenlose Duschen, elegante Dusch-WCs oder multifunktionale Haltegriffe sind Beispiele dafür, wie gutes Design und Sicherheit zusammengehen.
Wichtig ist, dass Produkte nicht auf Einschränkungen hinweisen, sondern Mehrwert für alle Nutzer bieten. Genau diese Denkweise prägt neue Badkonzepte, die sowohl handwerklich attraktiv als auch wirtschaftlich interessant sind.
Förderung bleibt ein zentrales Thema
Für 2026 stellt der Bund wieder Mittel für den altersgerechten Umbau bereit, darunter auch für das bekannte KfW-Programm zur Barrierereduzierung. Die Branche begrüßt diese Entwicklung, sieht den finanziellen Rahmen jedoch kritisch. Frühere Förderprogramme waren regelmäßig schnell ausgeschöpft.
Das Ziel bleibt eine verlässliche und auskömmliche Förderung, die Planungssicherheit schafft und Investitionen nicht ausbremst. Denn eines ist klar: Der Bedarf an barrierefreien Bädern wächst weiter und mit ihm die Chancen für das SHK-Handwerk.
Quelle: www.shk-profi.de
